„There is another way": Ein gemeinsamer Kampf für den Frieden in Palästina und Israel
20. Okt 2026 – 19:00 Uhr , Hollbau, Im Annahof 4, 86150 Augsburg
In der von Gewalt geprägten Berichterstattung aus Palästina und Israel geht leicht unter, dass es in der Region Menschen gibt, die sich mitten in diesem Konflikt beharrlich für Frieden einsetzen. Dazu gehören die palästinensischen und israelischen Mitglieder von Combatants for Peace. Viele von ihnen standen sich früher mit der Waffe in der Hand gegenüber. Heute setzen sie sich gemeinsam für gewaltfreien Widerstand, politische Gleichberechtigung und die Achtung der Menschenrechte ein.
Zwei von ihnen kommen im Oktober nach Augsburg: Elie Avidor und Sayel Jabareen. Sie erzählen, wie sie die aktuelle Lage vor Ort erleben und warum sie trotz allem überzeugt sind: „There is another way" – es gibt einen anderen Weg. So heißt auch ein Dokumentarfilm über die Bewegung.
Elie Avidor ist Ingenieur und kommt aus Haifa. 1973 kämpfte er als israelischer Soldat im Jom-Kippur-Krieg und wurde am Berg Hermon verwundet. Heute begleitet er an mehreren Tagen pro Woche palästinensische Hirtenfamilien im Jordantal, um sie mit seiner Anwesenheit vor Angriffen gewalttätiger Siedler zu schützen. Er berichtet, wie die palästinensische Landbevölkerung unter Siedlergewalt und staatlich organisierter Gewalt leidet, unter Vertreibung und unter Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit.

Sayel Jabareen ist langjähriger Mitarbeiter bei den Combatants for Peace und engagiert sich seit vielen Jahren für gewaltfreien Widerstand und den Aufbau lokaler Gemeinschaften im Westjordanland. Er koordiniert und organisiert unsere Aktivitäten vor Ort und ist dabei eng mit den palästinensischen Gemeinden verbunden. Durch seine tägliche Arbeit erlebt er unmittelbar, wie sich die Gewalt auf das Leben von Menschen auswirkt. Gleichzeitig setzt er sich dafür ein, gemeinsam mit den betroffenen Gemeinschaften ihre Würde, ihre Rechte und ihre Handlungsmöglichkeiten zu stärken.

Die beiden bringen keine einfachen Antworten mit, sondern persönliche Geschichten, Eindrücke aus erster Hand und die Überzeugung, dass die Zukunft von Palästinenser*innen und Israelis untrennbar miteinander verbunden ist. Sie erläutern, warum sie sich für einen gemeinsamen, gewaltfreien Weg entschieden haben und wie aus ehemaligen Gegner*innen Verbündete werden können. Im Anschluss ist Zeit, mit ihnen über zivilgesellschaftliches Engagement für Gewaltfreiheit und Menschenrechte ins Gespräch zu kommen.
Über Combatants for Peace
Combatants for Peace wurde 2006 von ehemaligen Kombattant*innen beider Seiten gegründet: von israelischen Soldat*innen, die den Dienst in den besetzten Gebieten verweigerten, und von palästinensischen Kämpfer*innen, die die Waffen niedergelegt hatten. Heute ist Combatants for Peace eine gemeinsame Graswurzelbewegung von Palästinenser*innen und Israelis. Sie setzt sich gewaltfrei für ein Ende der Besatzung und für Frieden, Freiheit und Sicherheit für alle ein. Die Bewegung organisiert Dialoggruppen, Bildungsprogramme für Jugendliche und Solidaritätseinsätze, zum Beispiel bei der Olivenernte. Weit über die Region hinaus bekannt ist ihre jährliche gemeinsame Gedenkfeier für die Opfer auf beiden Seiten. Combatants for Peace wurde zweimal für den Friedensnobelpreis nominiert.
Mehr unter: https://cfpeace.org
Zum Film: https://thereisanotherwayfilm.com
Veranstaltung am Dienstag, 20. Oktober 2026, 19:00 Uhr
Hollbau, Im Annahof 4, 86150 Augsburg
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Eine Übersetzung ins Deutsche erfolgt vor Ort. Der Eintritt ist frei.
Eine Veranstaltung des Transferzentrums Frieden Augsburg in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Forum Annahof und pax christi, gefördert von der Deutschen Stiftung Friedensforschung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Praktiken des Friedens"